Einen Duftstoff verstehen
Eine Pflanze, ihren Extrakt und ein Duftmolekül unterscheiden.
Das lernen Sie
- Eine Pflanze, ihren Extrakt und ein Duftmolekül unterscheiden.
- Zwei Facetten beschreiben, ohne die gesamte Rezeptur erkennen zu wollen.
- Erklären, welchen Beitrag ein Rohstoff zu einem Duft leistet.
Mehr als ein Geruch
Ein Duftstoff ist eine riechende Substanz natürlicher oder synthetischer Herkunft. Pflanzen, Harze, Hölzer und Zitrusfrüchte sind Beispiele; historische tierische Stoffe werden heute oft ersetzt. Entscheidend ist auch der Beitrag zur gesamten Komposition.
Vier hilfreiche Fragen
Woher stammt der Stoff? Welche Facetten zeigt er? Wie schnell verändert er sich? Welche Funktion hat er? Herkunft, Duftprofil, Flüchtigkeit und Aufgabe sind verschieden.
Ein Landschaftsbeispiel
Ein Weg nach Regen: Kiefer erinnert an harzige Frische, Moos an dunkle Feuchte, trockenes Holz an Struktur. Das sind beschreibende Eindrücke; erst ihr Zusammenspiel schafft die Landschaft.
Pflanze, Extrakt, Molekül: drei unterschiedliche Ebenen
Die Bergamotte ist eine Frucht. Ihre Essenz ist ein Rohstoff, der aus ihrer Schale gewonnen wird. Ein Duftmolekül ist ein bestimmter Bestandteil, der in der Natur vorkommt oder durch Synthese hergestellt wird. Der Name einer Pflanze und die Bezeichnung eines Parfümerierohstoffs sind deshalb nicht immer austauschbar.
Eine Facette ist ein Aspekt des Geruchs
Derselbe Rohstoff kann zitronig, grün und leicht blumig wirken. Diese Eindrücke sind seine Facetten. Andere Rohstoffe in seiner Umgebung können eine davon hervorheben. Es ist hilfreicher, diese Nuancen zu beschreiben, als sofort nach der „richtigen“ Antwort zu suchen.
Natürlich und synthetisch: ihr Zusammenspiel verstehen
Ein natürlicher Extrakt kann viele Bestandteile enthalten. Mit einem definierten Molekül kann der Parfümeur eine bestimmte Wirkung bearbeiten. Die Herkunft allein bestimmt nicht die Qualität des Ergebnisses: Auch das Zusammenspiel und das Verhalten des Rohstoffs sind entscheidend.
Die passenden Worte wählen
Sagen Sie „diese Note erinnert an frische Zitrusschale“, wenn Sie eine Wahrnehmung beschreiben. „Dieser Duft enthält Bergamottessenz“ sollten Sie nur sagen, wenn die Maison diese Angabe bestätigt. So bleibt die Beratung anschaulich und genau.
Hilfreiche Begriffe
Eine Duftbeschreibung ist keine Analyse der Formel. Verwenden Sie bei Vergleichen „Das erinnert an …“.
Facette
Ein Aspekt eines Geruchs: Derselbe Stoff kann an Zitrone, grüne Blätter und Holz erinnern.
Akkord
Eine Mischung von Stoffen mit einem gemeinsamen Dufteindruck. Sie kann eine Pflanze ohne deren Extrakt darstellen.
Extrakt
Ein durch ein bestimmtes Verfahren gewonnener Stoff. Neben der Pflanze zählen Pflanzenteil und Methode.
Destillation
Wasserdampf trägt flüchtige Bestandteile mit. Nach dem Abkühlen werden wässriges Destillat und gegebenenfalls ätherisches Öl getrennt.
Absolue
Ein durch Extraktion und Reinigung, meist mit Lösungsmitteln, gewonnenes Duftprodukt. Kein ätherisches Öl.
Harz
Eine pflanzliche Absonderung, verschieden von Nadeln und Holz. Ihr Extrakt ist nicht mit einem Nadelöl austauschbar.
Selbst ausprobieren
So arbeiten Sie mit dem Kurs
- Den Kurs lesen und die Begriffe Rohstoff, Extrakt und Akkord erkennen.
- Einen vertrauten Geruch wahrnehmen, ohne ihn auf die Haut aufzutragen.
- Vier Zeilen notieren: bekannte Quelle, Facetten, Entwicklung und eine gedachte Funktion.
Wählen Sie einen vertrauten Geruch, etwa eine Zitrusschale. Notieren Sie drei genaue Eindrücke und einen einfachen Vergleich: lebhaft wie die Schale, grün wie ein Blatt, weich wie Fruchtfleisch. Vergleichen Sie mit einem Duft auf einem Riechstreifen. Finden Sie eine Gemeinsamkeit und einen Unterschied; schließen Sie daraus nicht, dass derselbe Rohstoff in der Rezeptur enthalten ist.
Hinweise zur Lösung anzeigen
- Beweist ein Rosenduft, dass Rosenextrakt enthalten ist? Nein: Ein Akkord kann die Blüte nachbilden.
- Kann ich einen Rohstoff mit mehr als „angenehm“ oder „stark“ beschreiben?
- Habe ich getrennt, was ich weiß und was ich mir vorstelle?
Zum Merken
Ein Duftstoff wird nicht nur wegen seines Geruchs gewählt, sondern auch wegen seines Platzes und Verhaltens in der Komposition.


